Gewinnung nachhaltiger Aquakultur-Futtermittel auf Basis von Einzeller-Protein durch bioelektrochemische CO2-Reduktion
Die wachsende Weltbevölkerung und der steigende Bedarf an tierischen Proteinen stellen die globale Nahrungsmittelproduktion vor enorme Herausforderungen. Besonders die Aquakultur, die heute bereits rund die Hälfte der weltweiten Fischproduktion ausmacht, benötigt nachhaltige Futtermittelalternativen, um die Überfischung natürlicher Bestände einzudämmen.
Das Projekt Seasparc setzt auf eine innovative Technologie: die mikrobielle Elektrosynthese. Dabei nutzen spezielle Mikroorganismen elektrischen Strom und CO₂, um komplexe organische Verbindungen wie Proteine oder Biopolymere herzustellen. Diese direkte Kopplung von erneuerbarer Energie und biologischer Stoffproduktion eröffnet neue Wege für eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft.
Ein zentrales Ziel von Seasparc ist die Entwicklung und Erprobung einer hochskalierten Elektrosynthesezelle, die die Herstellung von Einzellerproteinen (Single Cell Protein, SCP) ermöglicht. SCP gilt als besonders vielversprechendes Produkt, da es als proteinreiches Futtermittel Fischmehl ersetzen kann – ein Rohstoff, dessen Gewinnung bislang stark von Wildfischbeständen abhängt.
Die Vorteile dieser Technologie liegen in ihrer Nachhaltigkeit. Die Produktion von SCP reduziert den Druck auf marine Ökosysteme und liefert einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Dies gelingt, weil Abwasserströme und CO₂ als Rohstoffe genutzt werden können. Gleichzeitig leistet die Technologie einen Beitrag zum Klimaschutz, indem erneuerbare Elektrizität eingesetzt wird, um CO₂ in wertvolle Biomasse zu überführen. Darüber hinaus eröffnet SCP ökonomisches Potenzial, da die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens maßgeblich von der Wertigkeit des Produkts abhängt und proteinreiche Futtermittel eine attraktive Option darstellen.
Seasparc adressiert zentrale Herausforderungen: die Entwicklung optimierter Materialien für Membranen und Elektroden, die Sicherstellung der Prozessstabilität im industriellen Maßstab sowie die ökonomische Tragfähigkeit. Mit der Kombination aus technologischer Innovation und einem klaren Anwendungsszenario in der Aquakultur leistet es einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigeren Lebensmittelproduktion.