Upcycling von Schleifschlamm als Verschleißschutzbeschichtung durch drahtbasierte additive Fertigung
Die industrielle Fertigung steht vor einem Paradigmenwechsel: Immer mehr Unternehmen suchen nach Wegen, ihre Prozesse ressourcenschonender und kreislauffähiger zu gestalten. Dabei rücken bislang wenig beachtete Reststoffe in den Fokus – wie etwa Schleifschlamm, ein komplexes Abfallprodukt aus der Metallbearbeitung, das in Deutschland jährlich mit rund 200.000 Tonnen anfällt.
Das Projekt Use Swarf zeigt, wie dieser vermeintliche Abfallstoff zu einer wertvollen Ressource werden kann: Mithilfe drahtbasierter additiver Fertigung wird Schleifschlamm in hochwertige Verschleißschutzschichten überführt. So leistet Use Swarf einen innovativen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und zur Vermeidung von Downcycling.
In Vorarbeiten an der Universität Bremen konnte bereits die erfolgreiche Verarbeitung des Materials per Laser Metal Deposition (LMD) demonstriert werden. Ziel des Projekts ist es nun, die Machbarkeit und industrielle Umsetzbarkeit dieses Ansatzes nachzuweisen und damit den Weg für eine praxisnahe Anwendung in der Fertigung zu ebnen.
Schleifschlamm besteht aus metallischen Mikrospänen, keramischem Abrieb der Schleifscheiben und organischen Rückständen aus Kühlschmierstoffen. Diese Zusammensetzung ist technisch anspruchsvoll, bietet aber auch funktionale Vorteile: Die keramischen Partikel erhöhen die Verschleißfestigkeit der Beschichtung, während die organischen Bestandteile als Kohlenstoffquelle zur gezielten Gefügemodifikation beitragen. So entsteht ein Material, das nicht nur verwertet, sondern gezielt funktionalisiert wird.
Use Swarf adressiert zentrale Ziele der industriellen Kreislaufwirtschaft: Die stofflich hochwertige Rückführung eines bislang deponierten Reststoffs, die Reduktion von CO₂-Emissionen und die Stärkung technologischer Souveränität im Bereich funktionaler Beschichtung. Die angestrebte Skalierbarkeit und Industrienähe machen das Projekt zu einem vielversprechenden Baustein für zukunftsfähige Fertigungstechnologien.