Dr.-Ing.
Matthias Steinbacher
Projektleitung
Forschung
Ich begann meine Karriere als Werkstoffingenieur mit der Spezialisierung auf die Wärmebehandlung von Metallen zur gezielten Einstellung von Festigkeitseigenschaften. Meine frühen Arbeiten konzentrierten sich auf thermochemische Verfahren mit dem Ziel, die Effizienz zu steigern und gleichzeitig gleichbleibende Qualitätsstandards zu gewährleisten. Im Laufe der Zeit weiteten sich meine Interessen auf die Verzugsbeherrschung (Distortion Engineering) sowie die Entwicklung maßgeschneiderter Gefügekonfigurationen in den Randschichten von Stahl aus, die an spezifische Anwendungsanforderungen angepasst sind.
Auf diesem Weg trieb mich stets eine tiefe Faszination dafür an, Mikrostrukturen durch thermochemische Wärmebehandlung gezielt auf spezifische Belastungszustände abzustimmen. Dieser Ansatz ermöglichte mir den Beitrag zu einem Paradigmenwechsel bei der Bewertung von Restaustenit in den Randschichten einsatzgehärteter Stähle.
In den letzten Jahren hat sich meine Forschung weiter diversifiziert, mit einem wachsenden Schwerpunkt auf Digitalisierung, Energieeffizienz und maßgeschneiderten Eigenschaftsprofilen bei der Wärmebehandlung metallischer Bauteile. Diese Themen konvergieren im Projekt Ostenit, das ich gemeinsam mit Jeremy Epp (IWT Bremen) und Andreas Fischer (BIMAQ) verfolge und das komplementäre Expertise aus Werkstoffwissenschaft, Sensorikentwicklung und Prozessmesstechnik zusammenführt. Der interdisziplinäre Charakter des Projekts ist zentral für seinen Ansatz: Metallurgisches Prozesswissen über das Nitrieren und die Randschichtbildung wird mit optischer Sensortechnik und In-Prozess-Messtechnik kombiniert, um einen neuartigen Sensor zu entwickeln, der in der Lage ist, die Randschichtbildung direkt im Ofen zu überwachen und aktiv zu regeln. So wird die Brücke zwischen Werkstoffwissenschaft, Sensorik und industrieller Prozesssteuerung geschlagen – eine Grundvoraussetzung, um die langjährige Lücke zwischen der industriellen Nachfrage nach zuverlässigen einsatzgehärteten Bauteilen und der Ressourcenintensität konventioneller Nitrierprozesse zu schließen.
Während meiner jahrelangen Tätigkeit als Wärmebehandlungsingenieur mit dem Schwerpunkt auf der angewandten Stahlverarbeitung durch thermochemische Verfahren habe ich stets besonderen Wert darauf gelegt, das in meiner täglichen Arbeit gewonnene Wissen weiterzugeben. Die größte Belohnung, die die Forschung bieten kann, besteht für mich darin, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in ein Produkt zu transformieren, das am Markt erfolgreich ist – diese Überzeugung hat mein Engagement für eine ganzheitliche Denkweise geprägt, die das gesamte Spektrum von TRL 1 bis TRL 9 umfasst.
Matena gibt mir die Möglichkeit, jahrzehntelang gesammeltes Wissen für ein einziges, konkretes Ziel einzusetzen: ein ausgereiftes Produkt auf einen Markt zu bringen, auf dem es einen echten Unterschied machen kann.
Forschungsschwerpunkte
Materialwissenschaft, Wärmebehandlung von Metallen, angewandte thermochemische Verarbeitung von Stählen